Es wurde vieles untersucht wie beispielsweise neue Brunnenstandorte zu fassen und selbstverständlich wurde auch Ursachenforschung betrieben. Allerdings ist das Wasser, das wir heute fördern, bereits 20 Jahre und älter. Das heißt, dass eine aktuelle Nitratbelastung nicht zu den hohen Nitratwerten führt. Im Prinzip gibt es zwei Lösungsansätze:
1. Zukauf von 1.000.000m³ vom Zweckverband Gruppenwasserwerk in Hergershausen(ZVG).
Dies hieße strategisch den Schritt, die eigene dezentrale Wasserversorgung abzugeben. Eine Zuleitung müsste gebaut werden, was Kosten von ca. 3,7MioEUR verursachen würde. Ein großer Teil dieser Kosten wird vom Zweckverband und damit nur indirekt ein Anteil von Groß-Umstadt getragen.
2. Umkehrosmose im Wasserwerk in Richen
Hier würde das vor Ort vorhandene Wasser technisch aufbereitet. Auch das kostet ca. 3MioEUR, die auch von der Stadt über die Gebühr zu finanzieren wären plus weitere Kosten im laufenden Betrieb. Vorteile sind u.a., dass auch weitere Stoffe, die derzeit in den Fokus und die allgemeine Diskussion geraten wie Bio-Pharmaka oder Pflanzenschutzmittel "miterledigt" werden können. Und natürlich würden wir die Autarkie über etwas so wichtiges wie die Wasserversorgung behalten.
Es gilt jetzt eine sachliche Pro- und Kontra-Diskussion zu führen und im Frühjahr/ Sommer eine Entscheidung zu treffen.
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| Darmstädter Echo vom 27.1.17 |
Die AGGL (Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz und Landwirtschaft) wird vermehrt kritisiert, weil sie bereits annähernd zwanzig Jahre existiert, aber das Problem nicht in den Griff bekommen hat. Das ist richtig. Aber die AGGL ist nicht - wie von vielen vermutet - eine Lobbyvereinigung der Landwirtschaft, sondern ein Instrument der Wasserversorger - also Kommunen und auch des ZVG.
Hier gibt es freiwillige Kooperation mit und Beratung für die Landwirtschaft, um mehr zu ereichen als mit der Düngeverordnung des Landes möglich. Es zeigt aber auch ein Grundproblem. Solche Arbeitsgemeinschaften sind das einzige Instrument, das die Kommune haben - und eine Kooperation ist freiwillig. Einen richtigen Durchgriff hat eine Kommune also nicht.
Ich kenne viele engagierte und gut ausgebildete Landwirte, die sorgsam und mit Verantwortung mit dem Thema Düngung umgehen oder gar auf Biolandwirtschaft umsteigen. Aber es gibt auch die, die nur den eigenen Ertrag im Fokus haben...

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